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Regenmesser mit Homematic

Ein Regenmesser erschien attraktiv, nachdem beschlossen war, nicht nur für die eigenen Zwecke zu messen, sondern auch Werte per Seite einer "Wetterstation" ins Netz zu stellen.

Um das zu machen, gibt es diverse Serversoftware, welche mit bestimmten Geräten wie z.B. Oregon zusammenarbeitet. Da wir aber schon einen Server mit zwei Funkempfängern (fhem mit Homematic und La Crosse) betreiben, wollten wir hier nicht mehr erweitern. Da erschien es sinnvoll, die bestehende Mechanik eines Regenmessers zu nutzen und auf ein für uns brauchbares Funkprotokoll umzurüsten.
 

Also einen preiswerten Messer gekauft. Die Wahl fiel auf den Monsun von TFA, ist nicht teuer und trotzdem noch irgendwo brauchbar.

Beim Auseinandernehmen sieht man die Doppelwippe mit zwei Auffängern und die Elektronik, welche den in der Wippe befindlichen Magneten mittels Reedkontakt auswertet. Also die originale Hauptplatine entfernt, das Batteriefach und alles andere bleibt erhalten. Der Reedkontakt kommt wieder an die selbe Stelle.
 

Jetzt wird noch ein Funkmodul gebraucht. Ausgewählt wurde das HM-MOD-Re-8 aus der Homematic-Reihe. Ist ein Bausatz bei ELV und wesentlich günstiger als vergleichbare Türkontakte etc. Eigentlich ein 8-Kanal-Empfangsmodul, was aber auch Rückmeldungen auf seine lokalen Tasteranschlüsse gibt, im Ruhezustand nur 100 Mikroampere verbraucht und bereits ab 2.8 Volt funktioniert.

Also ideal für unseren Anwendungszweck. Der Aufbau des Empfangsmodul ist ganz einfach, da nur noch Stift-oder Buchsenleisten verlötet werden müssen. Der Reedkontakt wird dann beispielsweise am ersten TA1-Eingang angeschlossen. Und sein BIDCOS-Protokoll kann nun von unserem Hausserver ausgewertet werden.
 

Es hat über die beiden Mignonzellen aus dem Batteriefach (nur) 3V zur Verfügung. Es gibt zwar auch Hallsensoren in diesem Spannungsbereich (selten), aber eine Umrüstung weg vom Reedkontakt wollten wir uns einfach 'mal ersparen. Wichtig erscheint ein Test der Rohrkontakte, denn nicht alle springen auf ein kleines Magnetfeld an. Funktioniert bei uns hat ein "Flex-14" von Conrad, versagt wiederum hat der "1S RIO".

Dort werden dann der Wippenumschlag (etwa 4ml pro Schaufel) und der Einlassdurchmesser des Tubus, in Liter pro Quadratmeter ("mm") umgerechnet und angezeigt. Und ab sofort für diverse Steuerungsaufgaben eingesetzt. Pro Umschlag (Klick am Auswertekontakt) registriert unser Regenmesser also 0.4128 mm Wassermenge. Eine Heizung hat er leider (noch) nicht, so dass im Winter kein Schnee-Niederschlag gemessen werden kann.

Am Ende sorgt übrigens ein Python-Skript dafür, dass die ermittelten Werte auch anderen Anwendungen (Website etc.) zur Verfügung steht.
 

Swen Hopfe

 

Kommentare

Interessantes Projekt, Danke für den Artikel! Da ich einen ähnlichen Regenmesser an meinen FHEM betreiben möchte, würden mich das erwähnte Python-Skript und die FHEM-Konfiguration dazu interessieren. Kann man die irgendwo hier anschauen oder hab ich das nur übersehen? Oder gibt es die entsprechende Info für Nicht-FHEM-Experten an anderer Stelle nachzulesen? Würde mich über entsprechende Hinweise freuen!

Danke Felix und sorry für meine späte Antwort.
Das Skript ist nicht veröffentlicht, da es nur ganz klassisch bereits gelesene Werte in Bitmaps schreibt und diese per ftp auf einen Webserver lädt. So kann die Website diese Images hernehmen und bspw. im Stundenrythmus die Wetterinfos erneuern. Siehe dazu wetter.smartewelt.de .Hier ist auch der Regenmesser mit eingebunden.

FHEM holt sich die Werte vom Homematic-Modul im Regenmesser nicht über Python, sondern mittels Konfiguration in der fhem.cfg, wo der Regenmesser im FHEM-Dialekt eingebunden ist...

Gruß
Swen

Hallo,

danke für die tolle Anleitung. Ich plane derzeit etwas sehr ähnliches.
Allerdings frage ich mich, wie es mit der Funk- und CPU-Last ausssieht. Insbesondere bei starkem Regen.

Hast Du dazu Erfahrungswerte?

Grüße & Danke

Hallo Robert Lucas, auch bei starkem Regen schaltet die Wippe nicht so oft, so dass das stuendliche Funklimit für Heimgeraete nicht ueberschritten wird...

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